New Works, 1996

Solo exhibition Anna Leonowens Gallery, Halifax, NS Canada / Einzelausstellung Anna Leonowens Gallery, Halifax, NS Kanada

Aluminum, plaster, graphite, graphite on paper


(forms of various sizes betw. 15cm-35cm in diam., drawings in various sizes)

 

New works is the title of a solo exhibition that I realized in January 1996 during my stay as an exchange student in Halifax, NS. The exhibition consisted of 28 stone-like shapes in various sizes between 15 and 35 cm in diameter, scattered on the gallery floor.

The plaster forms were cast in blocks, than carved towards their final shape. Layers and layers of graphite lines - literally one surrounding line - marks the surface. The drawing is not an application on top of the form - it is a drawing that is defined by the shape of the object and the texture and softness of the surface which is incised by the fine, sharp pencil. The aluminum casts show marks of the process of polishing and grinding, as well as lines and marks that are incised in the surface. Some of them bear pencil lines on the surface.

The sculptural forms were accompanied by a series of drawings. These were recordings of movements of stones on paper. I placed a stone on paper and moved it with a pencil that was immediately tracing the movement that was defined by the specific shape of a rock. Some were made as "portraits" of specific stones that were moved once over a paper surface and left an individual mark through the pencil. Some of the drawings were enlarged to a confrontational scale to the human body.

In a comment on the exhibition I wrote: In my work I am searching for a way to combine drawing with sculpture. Drawing is for me a most important element in order to deal with my personal surroundings - drawing is a direct transposition of perception - a way to think out new thoughts.

When arriving in Canada, I was searching for a form to draw on. The stones that are to be found along the coastline in Nova Scotia, shaped by water, wind and weather, were especially striking to me because of their simple and reduced, but very dense and contained form.

Markings, cracks, scratches, almost polished surfaces, parts that are broken out, rough areas, - the surface of the stones binds the time that worked on the individual stones and gives them their own history, a life that is captured in the tracing of the surface, in the form of the object, but is still hidden in the contained shapes.

The exhibition consists of drawings (graphite) on plaster and aluminum objects, in addition to drawings (graphite) on paper.

The large drawings on paper show my search for motion, for density through a netting, a layering of lines, traces, comparable to the experiences and the discoveries during a walk between the rocks and stones at the coast, while investigating and conceiving forms and forces, realizing energy.

The "stone-like" forms are made of aluminum and plaster (full casts). They are neutral, without history (except the process of making). By working on the surface - grinding, polishing, drawing on them with graphite - I try to give these forms their individuality, a form of history, a life that is based on the very form of each single object.

I do not want to show a field of stones. I want to realize a surrounding in an artificial gallery space, that forces the viewer to come close, to investigate, to ask questions, to clear his/her mind and start an individual walk of experience. It is not about an image of something, but about finding a general and understandable visual language that is able to express a personal concern that does not give answers but encourages the viewer to ask more questions.

Aluminum, Gips, Graphit, Graphit auf Papier

(Formen unterschiedlicher Größen zwischen 15 cm und 35 cm Ø, Zeichnungen in unterschiedlichen Größen)

 

"New Works" ist der Titel einer Einzelausstellung, die ich im Januar 1996 während meines Studienaufenthaltes in Nova Scotia realisieren konnte. Die Ausstellung bestand aus 28 steinähnlichen Formen (in variabler Größe zwischen 15 cm und 35 cm im Durchmesser), die über den Boden der Galerie verteilt lagen.

Die Gipsformen wurden als Blöcke gegossen und dann in ihre endgültige From gemeißelt. Ihre Oberfläche wurde von einer dicken Schicht von Bleistiftlinien, buchstäblich eine durchgehende Linie, markiert, die sich wie eine Graphithaut um die Form legte. Die Zeichnung ist nicht auf die Form aufgetragen, es ist vielmehr eine Zeichnung, die durch die Form des Objektes, dessen Oberflächenstruktur und deren Konsistenz definiert ist. Die dünne Spitze des Bleistiftes grub sich tief in die Oberfläche ein. Die Aluminiumgüsse zeigen Markierungen, eingegrabene Linien, körperliche Spuren, andere wiederum sind duch Bleistiftlinien bezeichnet.

Begleitend zu den Objekten zeigte ich eine Serie von Zeichnungen. Diese waren "Aufnahmen" von Bewegungen von Steinen auf Paper. Ich legte einen Stein auf das Papier und bewegte diesen mit einem Bleistift, der gleichzeitig die Bewegung in einer Linie nachempfand, eine Bewegung, die durch die Form des Steines dirigiert wurde. Einige wurden als "Portraits" bestimmter Steine angefertigt, die nur einmal über das Papier rollten und so ihren indiviuellen Weg in einer Bleistiftlinie hinterließen. Ander Zeichnungen wiederum waren vergrößert, so dass sie dem menschlichen Körper in gleicher Grösse gegenüber standen.

Zur Ausstellung nahm ich mit folgendem Auszug Stellung: Nach wie vor suche ich nach Wegen Zeichnung mit Skulptur/Plastik zu verbinden. Zeichnung ist für mich ein wesentliches Element im Umgang mit meiner nächsten Umgebung – Zeichnen ist ein direktes Umsetzen von Wahrnehmung, ein Weg neue Gedanken zu formulieren.

Als ich hier in Nova Scotia ankam, suchte ich nach einer Form, die ich bezeichnen wollte. Besonders auffällig und anziehen durch ihre reduziert, kompakte und doch simple Form, waren für mich die Steine und Felsen – geformt von den Kräften des Wassers, von Wind und Wetter, – die überall entlang der Küste zu finden sind.

Markierungen, Risse, feingeschliffene Flächen, Ausbrüche, grobkörnige Partien, ... die Oberfläche der Steine hält die Zeit fest, die den einzelnen Objekten eine Geschichte, ein Leben gibt, das durch die Spuren nachvollziehbar ist, in der Form des Objektes zu begreifen ist, aber doch auf seine Art verschlossen bleibt.

Die Ausstellung besteht aus Zeichnungen (Graphit) auf Gips – und Aluminium Objekten (Vollguesse), sowie aus Zeichnungen auf Papier (Graphit). In meinen großformatigen Zeichnungen auf Papier bin ich auf der ständigen Suche nach Bewegung, nach Dichte und gleichzeitig Transparenz – durch ein Netz von Linien, Spuren, - vergleichbar mit dem Erlebnis und den Entdeckungen bei einem Spaziergang zwischen Klippen und Steinen, beim Untersuchen und Finden von Formen und Kräften, von Energie.

Die Plastiken sind Steinen nachempfunden, aus Gips und Aluminium gefertigt, neutral, ohne Geschichte (außer ihrem Entstehungsprozess). Durch Bearbeitung der Oberfläche, – Schleifen, Polieren, Bezeichnen mit Graphit, – belege ich die Formen mit ihrer eigenen Geschichte – einem Leben, das sich aus der ihnen eigenen Form ergibt.

Es geht mir nicht darum, ein Feld von Steinen zu zeigen, sondern ich versuche eine Umgebung im künstlich bestimmten Raum der Galerie zu realisieren, die den Betrachter zwingt, den Zeichnungen und den Objekten nahe zu kommen, zu untersuchen, zu hinterfragen, sich fallen zu lassen und seinen Erlebnis-Spaziergang zu starten.
Es geht nicht um ein Bild von etwas, sondern darum, eine allgemein verständliche Sprache zu finden, um ein persönliches Anliegen in visueller Form auszudrücken, das keine Antworten geben will, sondern zu neuen Fragen anregt.

Blue Moon, 2010 was exhibited at Sculpture Today: New Forces, New Forms; 2011/2012 at the Frederik Meijer Gardens & Sculpture Park in Grand Rapids, Michigan, USA
VANESSA PASCHAKARNIS, PHYSICAL ENCOUNTERS / KOERPERLICHE BEGEGNUNGEN
VANESSA PASCHAKARNIS, SHADOWS OF DOMESTICATION
Vanessa with her "Bestia Romana", 2009
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© Vanessa Paschakarnis